Was ist eigentlich Bier?
[althochdeutsch bior,
englisch beer, vermutlich von vulgärlateinisch biber,
„Trunk”],
extrakt-, alkohol- und
kohlensäurehaltiges Getränk aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Die Herstellung
regelt in der Bundesrepublik Deutschland das Biersteuergesetz, in dem das
Reinheitsgebot
enthalten ist. Herstellung: Malz, hauptsächlich Gerstenmalz, wird nach
Zerkleinerung (schroten) mit Wasser vermengt (Maische).
Durch Einhalten bestimmter Temperaturen beim Maischen wird die im Malz
enthaltene Stärke enzymatisch durch Amylasen so weit zu Zucker (Maltose)
abgebaut, dass höhermolekulare Stärkeabbauprodukte (Dextrine) übrig bleiben.
Nach Abtrennen (läutern) der festen Schrotbestandteile (Treber) und deren
Auslaugung mit Wasser wird die klare Flüssigkeit (Würze) unter Zusatz von
Hopfen gekocht. Der Hopfen verleiht dem Bier die gewünschte Bittere und ein
typisches Aroma. Die abgekühlte, geklärte Würze wird mit obergäriger oder
untergäriger Hefe versetzt und in offenen oder geschlossenen Behältern
vergoren. Nach der Hauptgärung gelangt das Bier in Lagertanks, wo es ausreift
und mit Kohlensäure angereichert wird. Anschließend wird das Bier filtriert
und auf Flaschen gezogen oder in Fässer gefüllt. Der durch die Gärung
erzielte Alkoholgehalt schwankt zwischen 3-7 % je nach Biersorte.
Pilsener,
sehr helles, untergäriges Vollbier mit deutlichem Hopfencharakter. Pils wurde ursprünglich in Pilsen (Tschechische Republik) aus weichem Wasser und mit Saazer Hopfen hergestellt. Nur das in Pilsen hergestellte Bier darf die Herkunftsbezeichnung Pilsner führen.
obergärige Biere und
untergärige Biere.
(festgelegt im
Biersteuergesetz): Einfachbier (2-5,5% Stammwürze), Schankbier (7-8%), Vollbier
(11-14%), Starkbier (über 16%).
Dortmunder Biere (hell,
untergärig, mittlere Bittere); Münchner Biere (dunkel, untergärig, malzig,
schwach gehopft); Pilsner Biere (sehr hell, stark gehopft); Wiener Biere
(bernsteinfarben, stärker als der Durchschnitt).
untergärige Biere
sind Lagerbiere, Export, Pils, Märzen, Bockbiere, Doppelbock; obergärige
Biere sind Altbiere, Kölsch, Weizenbiere, Berliner Weiße, Ale, Stout,
Porter.
Das Bierbrauen findet sich
schon bei den ältesten Kulturen aller Erdteile. Erste schriftliche Zeugnisse über
Bier sind von den Sumerern (um 3000 v. Chr.) erhalten. In Mesopotamien war es
ein beliebtes Volksgetränk, das aus Bierbroten, die man im Wasser gären ließ,
hergestellt wurde. Ebenso verbreitet war Bier im alten Ägypten, später bei
Kelten, Skythen und Germanen, während Griechen und Römer Wein bevorzugten.
Seit dem 8. Jahrhundert entwickelten sich in Deutschland handwerkliche
Brauereien, die sich im 12. und 13. Jahrhundert zu Zünften zusammenschlossen
(vorher nur Haus- u. Klosterbrauereien). Die Verwendung von Hopfen wird erstmals
736 erwähnt. 1516 erließ Herzog Wilhelm IV. in Bayern das Reinheitsgebot,
das bis heute verbindlich ist. Im 19. Jahrhundert wurden die handwerklichen
Brauereien immer mehr durch Industriebetriebe abgelöst.
Alkohol -
was ist das?
Über all trinkt man ihn: im
Wein, im Bier oder im Cocktail - den Alkohol. Jeder Kulturkreis hat es
verstanden durch Vergärung von Zucker und Stärke (Kohlehydrate) berauschende
Getränke herzustellen. Alkohol ist nicht nur wegen seines Geschmacks so
beliebt, sondern vor allem wegen seiner berauschenden Wirkung.
Die Verträglichkeit von alkoholischen Getränken ist individuell
verschieden. Manche Menschen sind sehr "trinkfest" - das heisst sie
brauchen viel Alkohol - andere hingegen sind schon nach wenigen Bieren
betrunken. Der Alkohol schafft in seiner Wirkung keine neuen Eigenschaften
des Menschen, sondern er läßt im ersten Stadium des Konsums alle
Hemmungen fallen und hebt das angelernte Verhalten des Menschen auf.
Kleine Mengen Alkohol erweisen sich in manchen Situationen wie z.B. bei Erschöpfungszuständen
oder starken Arbeitsleistungen als nützlich
Wenn man aber regelmäßig kleine Mengen Alkohol zu sich nimmt, kann es zu
einer Abhängigkeit kommen.
Jeder Rauschzustand ist eine akute Alkoholvergiftung. Am auffäligsten
sind dann die Wirkungen auf das Nervensystem: die psychischen Hemmungen werden
vermindert oder sogar aufgehoben. Man fühlt sich erleichtert, Rede- und
Bewegungsdrang verbunden mit einem gesteigerten Selbstbewußtsein treten auf.
Nach diesem Stadium folgt ein Erregungszustand, der manchmal mit Tobsuchtanfällen
verbunden ist. Als letztes Stadium gilt der Lähmungszustand. Der kann auch bis
zur Herz- oder gehirnlähmung führen so das der Tod eintritt.
Meist aber überwindet der Organismus diese schwere Vergiftung, und nach
einem Kater ist er wieder gesund.